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Bitcoin-Rente: Wie kann ich mit Kryptos fürs Alter vorsorgen? (Teil 2)

In Teil eins der Renten-Spezial-Serie haben wir erläutert, wann es sinnvoll sein kann, mit Kryptos fürs Alter vorzusorgen. Jetzt werfen wir einen Blick darauf, wie konkret man seine Rentendepot mit Bitcoin aufbessern kann.


Wer sich im Freundeskreis umhört merkt schnell: Die breite Masse zögert noch, wenn es darum geht, das digitale Geld in ihre Rente zu investieren. Das liegt allerdings auch daran, dass es bislang kaum Unternehmen gibt, die eine Bitcoin-Rente ermöglichen.


Stattdessen bieten Firmen ihren Mitarbeitenden eine betriebliche Altersvorsorge an, die auf Fondsparplänen basiert oder in Rentenversicherungen bei großen Versicherungsunternehmen einzahlt. Diese Optionen sind meist wenig lukrativ.


Das Problem: Bei Bitcoin gibt es bislang kaum Rechtssicherheit. Die Europäische Zentralbank spricht in ihrer Bitcoin-Studie sogar von einem „hochriskantem System“. Kein Wunder, dass es in Deutschland weder seitens Politik noch Wirtschaft bislang Ambitionen gibt Digitalwährungen in das Rentensystem zu integrieren. Ersterer sind schließlich selbst Aktien-Investments als Bestandteil der gesetzlichen Rente zu riskant.

Wer seine Rente mittels Krypto-Investments aufbessern will, muss wohl oder übel also selbst anlegen.



Der Krypto-Sparplan

Am sinnvollsten ist das mit einem Bitcoin-Sparplan. Der Bitcoin-Sparplan ist vor allem für Langzeitanleger, also auch für Renteninvestoren, interessant. Durch die regelmäßigen Spareinlagen können Anleger nach und nach ihre Bitcoin-Vorräte aufstocken. Krypto-Freaks nennen diesen Vorgang „Stack the Sats“, also „die Satoshis stapeln“.


Diese Langzeitanleger, in Krypto-Kreisen auch „Hodler“ genannt, können durch einen Bitcoin-Sparplan jedoch auch anderweitig profitieren. Denn ein Sparplan ist ein passives Investment und damit äußerst bequem. Ist der Sparplan einmal eingerichtet, müssen sich Anleger nicht weiter darum kümmern. Der von ihnen festgelegte Betrag wird zu regelmäßigen Zeitpunkten automatisch vom Konto abgebucht und direkt in Bitcoin investiert – ohne, dass man regelmäßig selbst etwas kontrollieren oder beachten muss. Bei einem Anlagezeitraum von zwanzig Jahren oder mehr ist das viel Lebenszeit, die man durch passives Investieren einspart und mit anderen schönen Dingen füllen kann.


Und noch einen Vorteil hat der Krypto-Sparplan: Durch die regelmäßigen Investments müssen Anleger nicht den „richtigen Moment“ abwarten. Diesen zu finden, oder auch „den Markt zu timen“ ist ohnehin äußerst schwierig und gelingt selbst Profis selten beziehungsweise nur mit einer großen Portion Glück. Durch die Streuung des Betrags über einen längeren Zeitraum wird mal zu teureren, mal zu günstigeren Preisen gekauft, was die Kosten Durchschnitt geringer hält als bei einem Einmalinvestment. Zudem wird so auch das Risiko gestreut.


Auf den verschiedensten Krypto-Plattformen gibt es zahlreiche Möglichkeiten Sparpläne anzulegen. Die Ausführung des Sparplans selbst ist bei den meisten Brokern kostenlos, allerdings gibt es Transaktionsgebühren, die von Transaktion zu Transaktion variieren.

Der Berliner Krypto-Dienstleister Nuri bietet die Möglichkeit, ab einer Sparsumme von 30 Euro einen Bitcoin-Sparplan einzurichten. Jeder, der einen Sparplan eröffnet, erhält zusätzlich ein Bankkonto bei der Solarisbank und eine Visa-Debitkarte. Die Ordergebühren liegen bei einem Prozent des Einkaufwerts, eingezahlt werden kann bislang immer nur monatlich.


Der Broker Bitpanda bietet nicht nur Bitcoin, sondern über 50 weitere Kryptowährungen. Die Häufigkeit der Einzahlung ist frei wählbar zwischen wöchentlich, zweiwöchentlich und monatlich. Das Startdatum ist flexibel und der Sparplan kann pausiert werden.


Auf Coinbase gibt es noch flexiblere Zeitabstände: Hier können die Sparbeträge täglich, wöchentlich, monatlich sowie am ersten und 15. des Monats überwiesen werden.


Wann kommt die gesetzliche Krypto-Rente?

Klar ist: Wer sich eine Bitcoin-Rente ansparen will, muss eine gewisse Eigeninitiative an den Tag legen. Denn in Europa sind die Regierungen noch weit davon entfernt Digitalwährungen in die staatlichen Rentensysteme zu integrieren.


In Amerika sieht das anders aus: Der Pensions-Anbieter ForUsAll ist nämlich eine Kooperation mit der Kryptobörse Coinbase eingegangen, um interessierten Kunden eine Rentenversicherung anzubieten, die zum Teil auf Kryptowährungen basiert.


Konkret können Kryptos auf diese Weise ab sofort in den US-amerikanischen Pensionsplan 401 (k), der von Arbeitgebern finanziert wird, eingebunden werden. Der sogenannte „Alt 401 (k)” erlaubt es den interessierten Firmen nun fünf Prozent der Gelder für die Renten ihrer Angestellten in Bitcoin und 49 andere Kryptowährungen zu investieren.


Ein US-Arbeitgeber, der bereits zugeschlagen hat, ist die Feuerwehr aus Houston. Im Oktober 2021 hat sie Bitcoin und Ether im Wert von 25 Millionen Dollar in sein Portfolio für den Pensionsplan ihrer Angestellten aufgenommen.


Damit ist der Houston Firefighters‘ Relief and Retirement Fund (HFRRF) der erste öffentliche US-Pensionsplan, der Investitionen in Kryptowährungen ermöglicht. Wie viele Mitarbeitende tatsächlich die Chance nutzen, um in Krypto-Rentenfonds einzuzahlen, ist bislang unbekannt. Fakt ist: Für Bitcoin und seinen Platz in öffentlichen Rentensystemen hat die Feuerwehr aus Houston einen historischen Beitrag geleistet.

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