Der große Wallet-Guide – So verwahrst du deine Kryptowährungen richtig

Wenn du in Kryptowährungen investierst, solltest du verstehen, wie Wallets funktionieren. Doch keine Sorge, wenn das bisher noch nicht der Fall ist. Nachdem du diesen Artikel gelesen hast, wirst du mehr über Wallets wissen als 90 % der Krypto-Investoren da draußen. Du wirst nicht nur erfahren, ob es sich für dich lohnt dir eine Hardware-Wallet zuzulegen, sondern auch, welche Alternativen es gibt und was es mit Seed-Phrases, Private-Keys und Co. auf sich hat.


Was sind Wallets?


Wenn immer du mit Kryptowährungen zu tun hast, gibt es irgendwo eine Wallet in der deine Coins aufbewahrt werden. Auch Kryptowährungen, die du auf Exchanges wie Coinbase oder Binance erworben hast, liegen dort in einer Wallet. Genau wie eine Geldbörse in der realen Welt, kannst du Coins aus deiner Wallet herausnehmen und dir damit Dinge kaufen oder sie an Freunde und Verwandte weitergeben. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch. Das bedeutet, durch deine Wallet kannst du Kryptogeld senden und empfangen.


Da dieser Prozess digital über die Blockchain läuft, ist es etwas komplizierter als bei einer normalen Geldbörse. Damit dein Geld sicher ist, braucht es digitale Schlüssel, die dir das Tor zur Blockchain öffnen. Diese digitalen Schlüssel bestehen immer aus ein paar Buchstaben oder Zahlen. Es sind also Passwörter.


Und so besteht auch jede Wallet eigentlich nur aus ein paar Wörtern. Diese Wörter nennen sich „Seed Phrase“. Stell dir den Seed Phrase einfach wie einen Samen vor, den du in die Erde pflanzt und aus dem ein Baum empor sprießt. Es gibt einen soliden Stamm, mehrere große Äste und ein paar Zweige, die daraus hervorgehen.


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Die Früchte, die an diesen Zweigen hängen, sind digitale Schlüssel, die dir private Räume auf der Blockchain öffnen, in denen du Transaktionen abwickeln kannst. Zu jeder Transaktion gehören immer nur zwei verschiedene Schlüssel. Theoretisch können für alle Transaktionen die gleichen zwei Schlüssel verwendet werden, aber in der Praxis wechselt man die Schlüssel oft, um den Prozess sicherer zu machen.

Public und Private Key einfach erklärt


Es gibt zwei Arten von Schlüsseln. Den Private Key, der ist nur für dich, und den Public Key, der ist für eine weitere Person, mit der du Coins austauschen willst.

Der Public Key ist wie deine IBAN. Jeder der ihn kennt, kann dir Coins auf deine Wallet überweisen. Aus dem Public Key lassen sich außerdem weitere „IBAN“-Adressen generieren, sogenannte „Public Adress“. Das heißt, wenn du möchtest, kannst du unendlich viele Adressen zu ein und demselben Konto haben.


Der Private Key ist wie dein persönlicher PIN-Code. Durch ihn kannst du deine Wallet öffnen und Coins abheben oder verschicken. Wie einen echten Pin-Code auch darfst du ihn niemandem verraten, denn wer den Public Key hat, dem gehört die zugehörige Wallet. Du kannst den „Pin" weder sperren lassen, noch ausgehende Transaktionen stornieren oder zurückerstatten.

Public Keys und Private Keys sehen ziemlich kompliziert aus:

  • Beispiel Privat-Key: L1CwmQRcum8oWXxGwEbY8EsZb79H1h49yD1gLHg6SkNEJLay2qKJ

  • Beispiel Public-Key: 03be239f214f817894b5dce495f098a0f2e3119bf991681e09811a1d3e019bdbe9


Aber keine Sorge, du musst sie dir nicht merken. Alles, was du dir merken musst, ist der Seed Phrase aus dem Private und Public Key hervorgegangen sind und mit dem du so viele neue Schlüssel erzeugen kannst, wie du willst.

Deshalb funktionieren Wallets auch für komplette Anfänger


Wenn du jetzt schon kurz davor bist, die Krise zu kriegen, weil du keine Ahnung hast, wie man aus ein paar Wörtern digitale Schlüssel zaubert, sei unbesorgt. Wallets erledigen diese Aufgabe mit wenigen Klicks für dich. Du musst also nur ein paar Klicks setzen und schon hast du einen neuen Public Key oder Private Key. Viele moderne Wallets nehmen dir sogar diese Aufgabe ab und erstellen beides ganz automatisch für dich, sobald du eine Transaktion startest.

Dieses Vorgehen ist Teil des hohen Sicherheitsstandards von Bitcoin und Co. Stell dir nur vor, wie viel schwerer es wäre, dein Vermögen zu klauen, wenn du vor jedem einzelnen Einkauf im Supermarkt ein neues Bankkonto eröffnen würdest.

Hot Storage vs. Cold Storage


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Es gibt Hunderte verschiedene Wallets, aber sie alle folgen einem von zwei Prinzipien: Sie sind entweder “Hot Storage” oder “Cold Storage”. Hot Storage sind Wallets, die darauf ausgelegt sind, sie regelmäßig zu benutzen. Sie müssen dafür mit dem Internet verbunden werden und sind so tendenziell für Angreifer erreichbar. Z.B. wenn jemand einen Virus auf deinen Computer lädt, der deine Tastatureingaben speichert und dann alle Zeichenkombinationen durchgeht, die einem Private Key ähneln.


Cold Wallets hingegen sind komplett vom Internet abgekapselt und dadurch von Hackern unangreifbar. Sie lassen sich nur über das reale Leben ausfindig machen. Z.B. weil ein äußerst fachkundiger Einbrecher bei dir Zuhause stundenlang nach Seed-Phrase-Zetteln sucht ;)


Good To Know: Doch Moment, wie kann es sein, dass die Coins nicht verloren gehen, obwohl die Wallet nach der Erstellung nie wieder mit der Blockchain verbunden wurde? Das ist das Geniale daran, dass nicht die Coins selbst auf der Wallet liegen, sondern eine Referenz. Die Referenz, die im digitalen Schlüssel versteckt ist, bleibt für alle Ewigkeiten auf der Blockchain bestehen. Selbst in 30 Jahren könntest du also deine Cold Wallet wieder an die Blockchain anschließen und deine Coins wären noch da.

Welche Wallet-Arten gibt es?

Paperwallets

Paperwallets kannst du auch jetzt noch mithilfe diverser Seiten und Programme erstellen. Durch dein Mitwirken wird ein zufälliges Muster erzeugt und dann in Private und Public Key umgewandelt. Diese werden dann angezeigt und lassen sich entweder abschreiben oder ausdrucken.

Beides ist keine gute Idee. Beim Abschreiben schleichen sich leicht Fehler ein und beim Ausdrucken darf der Drucker unter keinen Umständen Kontakt zum Internet haben. Moderne Drucker haben einen Speicher, wie Computer auch. Über ihn lässt sich jeder Druck auslesen. In der Anfangszeit von Bitcoin war das kein Problem, da nur ein paar Tausend Leute auf der Welt überhaupt von Kryptowährungen gehört hatten. Doch jetzt wäre es mehr als fahrlässig, auch wenn die Paperwallet nur einmal erstellt und dann nie mehr benutzt wird.

Noch dazu ist eine Paperwallet natürlich prädestiniert dazu verloren zu gehen sowie Kaffeeflecken oder Sonnenlicht zum Opfer zu fallen, das die Schrift ausbleicht. Paperwallets solltest du also nicht verwenden.

Softwallets


Man war sich der Schwächen von Paperwallets schon früh bewusst und wollte zudem eine Möglichkeit finden, die Coins auf der Wallet mobiler zu machen. Deswegen wurden Softwallets erfunden. „Soft-„ steht für Software und erklärt auch schon die Grundidee. Softwallets sind Programme, die Seed Phrase, Private Keys und Public Keys erzeugen und verwalten.


Dadurch, dass Softwallets über das Internet benutzt werden, sind sie ziemlich unsicher. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Softwallets, die als Programme über einen USB-Stick ausgeführt werden, damit sie nur bei Benutzung zugänglich sind.


Dennoch wirft das neue Probleme auf. Schließlich gehen USB-Sticks schnell kaputt und niemand kann garantieren, dass die Wallet-Programme absolut fehlerfrei programmiert wurden und wirklich bis in alle Zeiten sicher bleiben. Kurzum: auch Softwallets kommen nicht infrage.

Hardwallets - endlich eine Lösung


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Hardwallets sind der Gegenentwurf zu Softwallets. Wie du dir sicher schon gedacht hast, steht „Hard-„ an dieser Stelle für „Hardware“. Hardware-Wallets sind Geräte, die ausschließlich zu dem Zweck entwickelt wurden, deine Coins abzusichern. Sie vereinen das Beste aus beiden Welten: Sie sind "cold", wenn sie nicht benutzt werden, können aber innerhalb von Sekunden "hot" werden, wenn man sie braucht.


Hardwallets sehen zwar oft aus wie ein USB-Stick, sind aber in Wahrheit kleine Mini-Rechner. Über sie läuft Software, zu der man nur dann Zugang erhält, wenn man den Seed-Phrase eingibt. Die Tasten sind dabei in der Hardware-Wallet selbst verbaut. Jede Eingabe erfolgt offline über das Gerät. Der Computer stellt zwar dar, was auf dem Gerät abläuft, hat aber keinen Zugriff. Das bedeutet: egal wie virenverseucht der PC ist, es ist trotzdem unmöglich von außen auf die Wallet zuzugreifen.

Dadurch, dass du ein eigenes Gerät in den Händen hältst, das nur zu diesem Zweck geschaffen wurde, ist es auch ganz einfach Transaktionen sicher abzuwickeln, neue Adressen zu erzeugen etc. Außerdem lassen sich unterschiedliche Kryptowährungen über ein und dasselbe Gerät verwalten. Das Einzige, was du für all das brauchst, ist dein Seed-Phrase. Und auch dieser wird durch die Wall