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Fallen Steuern an, wenn ich Kryptowährungen wie Bitcoin handele?

Aktualisiert: 12. Nov. 2021

Die grundsätzliche Antwort: ja! Jedes Mal, wenn du eine Kryptoposition verkaufst, solltest du das Finanzamt im Hinterkopf behalten.


Als “Verkauf von Kryptowährungen” gelten:

  • Der Umtausch einer Kryptowährung in eine Fiat-Währung (EUR, USD, etc.)

  • Der Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung mit Kryptowährungen

  • Der Tausch einer Kryptowährung gegen eine andere oder ein Krypto-Asset

In Ländern wie Deutschland und Österreich musst du auf Gewinne, die durch den Verkauf von Kryptowährungen gemacht wurden, Steuern zahlen. Sie gelten als private Veräußerungsgeschäfte und werden mit dem individuellen Steuersatz (nicht mit der Abgeltungssteuer) besteuert.


Je nach Steuersatz fallen damit Steuerabgaben von 0-45% an.

Steuerpflichtig ist dein Gewinn, wenn zwischen Anschaffungszeitpunkt (deinem Kauf oder Tausch) und der Veräußerung (dem Verkauf) weniger als ein Jahr (12 Monate) liegen.


Das Gute: Kursgewinne auf Bitcoin & Co. sind nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei! Kaufst du also Kryptowährungen, wäre es sinnvoll, dass du sie für ein Jahr hältst, denn danach ist ein „Verkauf“ steuerfrei.


Da in jedem Land andere Steuergesetze gelten, empfehle ich dir, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen, da er nicht nur über die geltenden Steuergesetze deines Landes Bescheid weiß, sondern dich auch individuell beraten kann.


Behalte den Überblick über deine Trades


Du solltest den Überblick über deine Kryptowährungen bewahren, damit du deine Transaktionen für deine Steuererklärung korrekt erfasst. Zu diesem Zweck kannst du einfach eine Google Tabelle erstellen und dort all deine Käufe, Verkäufe und Trades für die Besteuerung dokumentieren. Du kannst deine Transaktionen entweder per Hand in die Tabelle eintragen oder die .CSV-Datei, die die meisten Exchanges bereit stellen, einfach exportieren.


Du hast sicher einmal vom FiFo-Verfahren (First-in-first-out) gehört – zuerst gekauft, zuerst verkauft. So verhält es sich auch mit Kryptowährungen. Du brauchst für das Finanzamt einen genauen Nachweis über deine Handelsaktivitäten:


• wann wurde

• was

• und wieviel

• zu welchem Wechselkurs und Preis

• wo

• gekauft oder verkauft?


Korrekt formuliert: zu welchem Anschaffungspreis wurde welche Menge bei welcher Börse erworben und/oder veräußert?



Bis ins letzte Detail. Das solltest du auch tun, wenn du nur 200 Euro investiert hast.



Hast du in deiner Buchführung einen Verlust vermerkt, kann dir das steuerlich zugute kommmen. Dein Steuersatz wird zwischen deinem Gewinn und Verlust berechnet, so kann ein Verlust deinen Steuerbetrag mindern.

Dies trägst du in der Anlage SO in der Spalte “privates Veräußerungsgeschäft” auf deinem Steuererklärungsformular ein.

Beachte: Auch sämtliche anfallenden Gebühren kannst du von der Steuer absetzen!


Ein Beispiel:

Kaufst du heute, im Januar 2021 Bitcoins, und verkaufst sie im September 2021, ist dieser Akt steuerpflichtig. Über den Steuersatz entscheidet dann dein Finanzamt aufgrund deiner Steuererklärung, die du jährlich einreichst.


Verkaufst du deine Coins im Februar 2022, sind diese steuerfrei für dich. Aber auch hier: bitte mache deine Buchführung, sodass du dies nachweisen kannst. Auch wenn du weißt, dass deine Bitcoins schon mehr als ein Jahr in deinem Wallet liegen. Nur so kannst du von deiner etwaigen Steuerfreiheit tatsächlich profitieren.

Dann gibt es noch die Kapitalertragssteuer

Diese ist nur anzuwenden, wenn du Zinsen auf eine Kryptowährung erhälst. Wenn du Zinsen aus Kryptowährungen erzielst und so Einkünfte hast, verlängert sich deine Spekulationsfrist von einem Jahr auf 10 Jahre.

Dann wird die Abgeltungssteuer fällig. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn du Bitcoins oder andere Kryptos in Form eines Peer-to-Peer-Kredits oder über Börsen an andere Händler „verleihst“. Die sogenannte Spekulationsfrist, also die Mindesthaltezeit, verlängert sich dann nämlich auf zehn Jahre.


Tipp:

Wenn du einen Teil deiner Bitcoin langfristig halten und andererseits aber auch kurzfristige Trades eingehen willst, empfehle ich dir, zwei verschiedene Konten anzulegen. Eine andere Möglichkeit wäre der – sowieso empfehlenswerte – Übertrag der langfristigen Positionen auf ein Hardware Wallet. Die kurzfristigen Positionen belässt du dann zum Traden bei der Kryptobörse selbst. Damit kannst du steuerschonend deine langfristigen Investments von den steuerpflichtigen trennen.


 

WEITERFÜHRENDE LITERATUR


Joerg Andres, Michael Huss - STEUERTSUNAMI BITCOIN: Erstaunliche Erkenntnisse zu allem, was man zu Kryptowährungen und Steuern jetzt unbedingt wissen muss

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OEZD) - Herausforderungen für die Besteuerung der digitalen Wirtschaft


Walther Pielke - Besteuerung von Kryptowährungen: Ein Überblick über die verschiedenen Steuerarten



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