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Nach dem Ethereum-Merge: Wie Kryptoanleger nun profitieren können



Es ist vollbracht. Das von der Kryptoszene mit Spannung erwartete Update der Ethereum-Blockchain ging reibungslos über die Bühne. Die Cyberdevise kletterte daraufhin um zwei Prozent auf rund 1630 Euro. Kryptokontor zeigt sechs Wege, wie Anleger nun profitieren können.


Die nach Bitcoin zweitwichtigste Kryptowährung Ether ist am Donnerstag, den 15. September 2022 im Zuge des größten Upgrades der Kryptogeschichte auf den stromsparenderen „Proof of Stake“ Mechanismus umgestellt worden. Das hat der als Ethereum-Erfinder geltende Vitalik Buterin (28) am Donnerstagmorgen über Twitter gemeldet. „The Merge“ wie die Verschmelzung der alten „Proof of Work“ Ethereum-Blockchain mit der neuen „Proof of Stake“ Ethereum-Version genannt wird, war zuvor seit 2019 mehrmals wegen technischer Probleme verschoben worden.


Umso größer ist die Euphorie bei Kryptoanlegern heute. Branchenkenner gehen davon aus, dass das erfolgreiche Update die Akzeptanz und das Vertrauen in Ether steigert und die Digitalwährung dadurch in Zukunft erheblich an Marktkapitalisierung gewinnt. Denn neben dem Energiesparen, ist sofort auch das Erstellen verschiedener Finanzanwendungen wie „Smart Contracts“ oder NFTs auf der Ethereum-Blockchain deutlich einfacher. Für den stromfressenden Bitcoin, die aktuelle Nummer eins am Kryptomarkt, sind das keine erfreulichen Nachrichten. Nach dem erfolgreichen Merge dürfte Ether in Sachen Marktkapitalisierung deutlich näher an Bitcoin heranrücken – und langfristig vielleicht sogar zur „grünen“ Kryptowährung der Zukunft werden.


Für krypto-affine Investoren stellt sich nun die Frage: Wie lässt sich der Ethereum-Aufwind für das eigene Depot nutzen? Kryptokontor zeigt fünf Möglichkeiten im Überblick.


Strategie 1: Nichts tun


Klingt zu schön, um wahr zu sein? Stimmt aber! Die unkomplizierteste Strategie für Ether-Anleger ist es diverser Online-Krypto-Fachmagazine zufolge einfach nichts zu tun. Auch wenn der Anteil der Update-Verweigerer laut Bitcoin-Foundation deutlich geringer ausfiel als erwartet, könnte es sein, dass sich in den kommenden Tagen oder Wochen von der neuen „Proof of Stake“ Ethereum-Version doch noch eine – wenn auch sehr kleine – „Proof of Work“ Version abspaltet. Das Ethereum-Netzwerk würde dann in zwei Varianten geteilt, ähnlich wie es bereits 2017 bei der Abspaltung von Bitcoin in Bitcoin Cash der Fall war. In diesem Fall würden Ether-Coins unter dem bestehenden ETH-Kürzel die neue Version darstellen, während zusätzlich ETHPOW-Coins in der gleichen Höhe in die Wallets der Anleger wandern würden.


Sollte es dazu kommen, könnte der Verkauf der neuen, „kostenlos“ gutgeschriebenen Token durchaus eine attraktive Einnahmequelle sein, meint das Portal BTC-ECHO. Wichtig: Verkaufen kann nur, wer die Ether-Coins sowohl während des Merge als auch bei der eventuelle Abspaltung in einer Non-Custodial Wallet gelagert hatte. Für Anleger heißt das: Ether am besten in der Wallet halten und abwarten was die nächsten Tage bringen. Nur so hat man die Chance auf beide Ether-Coin-Varianten.


Stratgegie 2: Ausschau nach Layer-2-Projekten halten


Nach dem Merge dürfte das Ethereum-Netzwerk insbesondere für Layer-2-Lösungen attraktiv werden. Diese Applikation wickeln ihre Transaktionen teils außerhalb des Hauptnetzwerkes (Layer-1) ab, nutzen aber zugleich auch das dezentrale Sicherheitsmodell des Hauptnetzwerks. Durch die Umstellung der Ethereum-Blockchain könnten sich solche Projekte nun besser skalieren lassen: Die schnellere und kostengünstigere Ausführung dank des „Proof of Stake“ Mechanismus, senkt die Transaktionsgebühren derartiger Projekte, was wiederum die Entwicklung weiterer Applikationen befeuern könnten. Nennenswert sind hier beispielsweise dezentrale Anwendungen (dApps), deren Erhalt auf der alten „Proof of Work“ Ethereum-Blockchain oftmals unprofitabel war. Für Anleger könnten damit Layer-2-Blockchains wie Optimism (OP), aber auch dApps wie Synthetix Network (SNX) oder Uniswap (UNI) interessant sein.


Strategie 3: Ins Liquid Staking einsteigen


Profitieren vom Ethereum-Merge könnte auch die sogenannte Liquid Staking-Branche. Kunden von Liquid-Staking-Unternehmen können Ethereum „staken“ beziehungsweise „forgen“ (bezeichnet das Äquivalent für „minen“ bei „Proof of Work“-Blockchains), ohne dafür einen eigenen Node oder entsprechende Hardware aufsetzen zu müssen. Und das funktioniert so: Nutzer zahlen Ether in das DeFi-Protokoll des Anbieters ein und erhalten dafür Token des entsprechenden Anbieters in der entsprechenden Höhe. Hinzu kommen Belohnungen, die je nach Anbieter in Form und Höhe variieren. Die erhaltenen Token wiederum garantieren dem Nutzer einen Anspruch auf gestakte Token. Einen Teil der Prämien behalten die Liquid Staking-Unternehmen dabei als Gewinn ein. Nach dem erfolgreichen Merge könnten derartige Anbieter viele Neukunden gewinnen – und deren Gewinnmargen dementsprechend steigen. Anleger, die also auf Liquid-Staking-Firmen wie Lido Finance (LDO), Rocket Pool (RPL) oder Stakewise (SWISE) setzen, könnten mitprofitieren.


Kleine Randnotiz betreffend Lido Finance: Auch wenn sich das Projekt nach außen hin gerne mit „Dezentralität“ rühmt, steckt dennoch eine Art Startup dahinter, das von zwei Russen, Konstantin Lomashuk und Vasily Shapovalov, geleitet wird. Grundsätzlich entscheidet zwar eine „Decentralized Autonomous Organisation“ (DAO) über die technische Weiterentwicklung des Projekts. Das heißt aber auch: Jeder, der LDO-Token hat, kann bei Personalentscheidungen, Jahres-Budgets und sonstiges abstimmen – und da die Gründungsmitglieder der Lido 64 Prozent aller im Umlauf befindlichen LDO-Token besitzen sind diese stets in der Mehrheit und können damit alle Art von Vorhaben durchsetzen oder blockieren.


Strategie 4: Mit „Hedging" absichern


Für skeptische Anleger könnte Hedging die richtige Anlagestrategie sein. Auch wenn der Merge bislang reibungslos über die Bühne gegangen ist, muss sich die neue Ethereum-Blockchain erst etablieren. Heißt: Ob die „Proof of Stake“-Version technisch derart einwandfrei weiterläuft wie es aktuell den Anschein macht wird sich erst zeigen. Denn bei aller Euphorie sollte man nicht vergessen: Das durchgeführte Upgrade war das bislang größte der Kryptogeschichte und in den kommenden Wochen werden noch viele weitere, wenn auch deutlich kleinere, Softwareupdates durchgeführt, um die neue Ethereum-Version fit für die Zukunft zu machen. Insbesondere wenn es demnächst zum erwarteten Boom von Smart-Contracts oder zahlreichen Neu-Erstellungen von NFTs kommt, könnte das Netzwerk schnell überlasten.


Selbst nach dem Erfolg des Merge-Events ist also noch Vorsicht geboten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, könnte daher eine Long-Position auf Ether aufbauen oder bestehende Coins halten, zugleich aber auch eine Short-Position auf Ethereum-Futures eröffnen. Mithilfe dieser am Finanzmarkt als „Hedging“ bezeichneten Strategie können Unschlüssige sowohl auf steigende als auch auf sinkende Ether-Kurse wetten.


Strategie 5: Auf Stablecoins setzen


Investoren, die von keiner der bisher präsentierten Anlagestrategien angetan sind, sollten nach Stablecoins Ausschau halten. Insbesondere wer glaubt, dass der Ether trotz des geglückten Upgrades demnächst Kursstürze verzeichnet, ist mit Stablecoins auf der sicheren Seite: Sie sichern gegen kurzfristige Kursstürze aufgrund eventuell noch auftretender technischer Probleme ab, erlauben es aber gleichzeitig, sich nach gefallen Kursen mit Stablecoins zu Schnäppchenpreisen einzudecken und so vom langfristigen Potenzial des Umstiegs zu profitieren.

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