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Ist der Krypto-Vulkan versiegt? - Teil 2


Bereits der erste Teil unserer zweiteiligen "Krypto-Lebt!"- Serie hat gezeigt: Der scheinbare Stillstand in der Kryptowelt trügt gewaltig. Die Innovationswut in der Branche brodelt mehr als je zuvor - und das gilt nicht nur für die bereits vorgestellten internationalen Projekte. Auch in Deutschland und Österreich haben zuletzt bekannte Namen und traditionsreiche Firmen mit Krypto-Applikationen den Durchbruch geschafft. Kryptokontor stellt drei davon vor.


Während in den USA die Regulierungsbehörden kryto-affinen Anlegern, Entwicklern und Unternehmen das Leben schwer machen, positioniert sich Europa immer mehr als willkommene Alternative zu den Vereinigten Staaten. So etwa versucht die EU mittels der Krypto-Regulierungsverordnung MiCA seit geraumer Zeit etwas mehr Klarheit in den Krypto-Sektor bringen. Auf diese Weise sollen vor allem gleiche Wettbewerbsbedingungen für Krypto-Dienstleister sichergestellt werden, was wiederum die Rechte der Verbraucher und somit auch das Vertrauen in die Branche insgesamt fördert.


Dass diese Bemühungen bereits ihre ersten Früchte tragen und durchaus positiv auch auf Seiten der Entwickler ankommt, beweist das aktuelle Geschehen in Deutschland und Österreich. Hier haben sich in den vergangenen Wochen einige spannende Projekte herauskristallisiert - drei davon folgen hier im Überblick.


1. Bitpanda springt in den LETS-Index


Bitpanda, ein europäisches Fintech-Einhorn, das als Multi-Asset-Investmentplattform agiert, hat Ende September einen weiteren Meilenstein erreicht. In Österreichs Hauptstadt Wien wurde das Unternehmen in den erst kürzlich neu vorgestellten Index „Leading European Tech Scaleups (LETS) 2023“ aufgenommen, der von insgesamt 20 europäischen Startup-Verbänden unterstützt wird.

Der LETS-Index soll die erfolgreichsten europäischen Tech-Scaleups listen und repräsentiert das wachsende internationale Interesse europäischer Technologieunternehmen.


Fazit: Mit Bitpanda ist nun auch eine in über 50 Nationen aktive Krypto-Börse im Ökosystem des LETS vertreten. Für die europäische Krypto-Szene ist das ein immens positives Signal.


2. Telecom und The Graph


Ende September hat die Deutsche Telekom, genauer gesagt ihre Tochtergesellschaft Telekom MMS, verkündet, sichere Knotenpunkte für The Graph (GRT) bereitzustellen, um so die Leistungsfähigkeit von The Graph zu erhöhen.

Mit über 1 Billion Abfragen über den gehosteten Dienst wird The Graph manchmal als das „Google für Web 3.0“ bezeichnet – entsprang aber wie so viele der zuletzt mit „Web 3.0“ gelabelten Projekte dem Geiste der Dezentralisierung. Im Kern ist The Graph also ein Kryptoprojekt, das nun auch von einem Traditionskonzern der analogen Welt wie der Deutschen Telekom befeuert wird.


The Graph (GRT) ist ein Open-Source und dezentrales Indexierungsprotokoll für Blockchain-Daten. Es wurde entwickelt, um Abfragen im Ethereum-Netzwerk zu ermöglichen, indem es die zuvor unorganisierten Blockchain-Daten organisiert und sie besser zugänglich für Entwickler macht, damit diese eigene Anwendungen erstellen können.


Die Telekom MMS verarbeitet nun Datenabfragen für Ethereum und Arbitrum in einer speziellen Vorgehensweise -- vergleichbar zu Google im herkömmlichen Internet -- die sich Indexierung nennt. So hilft sie den Nutzern von The Graph dabei, Informationen wie Preise, Transaktionen oder historische Kurse digitaler Assets zu finden. Entwickler, Unternehmen und Anleger – kurzum, jeder, der The Graph nutzt -- können diese Informationen dank der Indexierung einfacher abrufen. Für die Indexierung der Daten erhält die Telekom die Kryptowährung von The Graph: GRT.


In der zugehörigen Pressemitteilung spricht Dirk Röder, Leiter der Telekom MMS des Web3 Infrastructure & Solutions Teams von Telekom MMS, zwar von „Web 3.0“, kommt dann letzten Endes aber dennoch nicht vollkommen darum herum, das Wort „Blockchain“ fallen zu lassen:

„Mit unserer Infrastruktur für The Graph gestalten wir das Web3 sicherer. Wir helfen weltweit Unternehmen, auf diese Web3-Services zuzugreifen. Und wir treiben mit unserem Indexer die Dezentralisierung voran. Dies ist ein weiterer Schritt unserer Förderung der Blockchain-Technologie und der digitalen Transformation“.


Fazit: Selbst traditionsreiche, analoge Kommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom, die zudem Europas größtes Telekommunikationsunternehmen ist, tüfteln unter der Oberfläche an Krypto-Anwendungen – wenn auch versteckt hinter massentauglicheren Decknamen.


3. Echte Bitcoins bei der Volksbank Bayern Mitte


Viele Menschen besitzen ein Girokonto bei der Volksbank, da es einfach und bequem ist. Rechtlich gesehen gehört jede Volksbank als sogenannte Genossenschaftsbank ihren Mitgliedern und ist wirtschaftlich selbstständig. Dadurch fällt das Angebot der Volksbanken regional sehr unterschiedlich aus.


Als Pionier in Sachen Kryptowährungen hat sich nun die Volksbank Bayern Mitte herauskristallisiert: Sie bietet ihren Kunden derzeit echte Bitcoin in einem Pilotprojekt an. Während andere Volksbanken – wenn überhaupt – nur Krypto-Zertifikate vertreiben, können Kunden der Volksbank Bayern Mitte nun über den angeschlossenen Online-Marktplatz BitcoinGo mit Bitcoins handeln.


Da es sich lediglich um ein Pilotprojekt handelt, können bis dato noch keine anderen Kryptowährungen gekauft werden.


Für Anleger heißt das: Augen auf! Bei allen anderen Krypto-Finanzprodukten, die außerhalb des Pilotprojektes BitcoinGo bei Volksbanken gekauft werden können, gibt es ein Emittentenrisiko des jeweiligen Krypto-ETN-Produktes. Das liegt daran, dass Krypto-ETNs nicht von der Volksbank selbst, sondern von Dritten emittiert werden. Geht der Emittent insolvent, kann das im schlimmsten Fall den kompletten Verlust der investierten Gelder bedeuten – ein zusätzliches und nur schwer kalkulierbares Risiko in einem ohnehin schon volatilen Krypto-Portfolio.


Fazit: Zaghaft aber doch strecken nun auch alteingesessene Genossenschaftsbanken ihre Fühler in Richtung Kryptowelt aus. Ob man Bitcoin oder andere Krypto- Produkte bei der Volksbank kaufen sollte, hängt allerdings vom individuellen Angebot der jeweiligen Volksbank ab. Genau hinschauen lohnt sich!


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